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[Translate to Deutsch:] Saline Gottesgabe - Gradierwerk, RHEINE

SALINE GOTTESGABE

SALINE GOTTESGABE

 

Die Salzgewinnung in Bentlage kann sich einer fast tausendjährigen Geschichte rühmen. Schon im Jahre 1022 wird sie urkundlich erwähnt, als die edle Frau Reinmod eine Kapelle stiftete.

Die Nutzung der Salzvorkommen wurde zunächst deren Pfarrer zugestanden. Nachdem im Jahre 1437 die Kreuzherren die Kapelle übernahmen und an ihrer Stelle ihr Kloster errichteten, betrieben diese die Salzgewinnung, und zwar zur Deckung des Eigenbedarfs. Erst nach 1601 erlebte die Saline unter den Edelherren von Velen eine erste Blütezeit. Im Hinblick auf erhofften Erträgen gaben sie  ihr den Namen “Gottesgabe“, welchen sie durch die Jahrhunderte hinweg beibehalten hat.
Nach den verheerenden Zerstörungen des dreißigjährigen Krieges (1618-1648) erfolgte ab 1738 unter der von Fürstbischof Clemens August von Münster begründeten Salinen-Sozietät eine essentielle Modernisierung unter der Leitung des international bekannten Salinenspezialisten Freiherr Joachim Friedrich von Beust. Er arbeitete eng zusammen mit dem fürstlichen Baumeister Konrad Schlaun. Zur Energieerzeugung wurde der Salinenkanal angelegt, wodurch die Wasserkraft der Ems bis zur Saline geführt und hier ein überdimensionales Wasserrad angetrieben wurde. Im neu angelegten Gradierwerk konnte der Salzgehalt der nur schwachprozentigen Sole verbessert werden, während im erweiterten Salzsiedehaus im Jahre 1745 erstmalig Salz gesiedet wurde. Das erzeugte Salz wurde in das Münstersche Salzmagazin gebracht und von dort weiter verhandelt.

 

Die im Gradierwerk aufbereitete Sole wurde in die großen Pfannen des Salzsiedehauses geleitet, wo sie zu Salz versotten wurde. Ob die Pfannen in Bentlage ursprünglich aus Blei waren, wie allgemein üblich, ist nicht überliefert. Solche Bleipfannen hielten dem Feuer nur wenigen Wochen stand und mussten dann neu vergossen werden. Schon im späten Mittelalter wurden die Pfannen zunehmend aus einzelnen Eisenblechen zusammengenietet. Die Fugen zwischen den Blechen dichtete man mit einem Gemisch aus Tierleber, Talg und Lehm ab.

 

Als die Bentlager Saline sich ab 1867 nach der Aufhebung des Staatsmonopols verstärkt der Konkurrenz industriell produzierten und dadurch deutlich preiswerteren Salzes ausgesetzt sah, versuchte man durch das Eröffnen eines Bade- und Kurbetriebes mit der wertvollen Sole  ein weiteres wirtschaftliches Standbein zu finden. Ab dem Jahre 1890 wurden im neuen Badehaus (dem heutigen Gasthaus “Gottesgabe“) die ersten Wannenbäder verabreicht. Zehn Jahre später erweiterte man den Betrieb durch ein Kurhaus, und nach weiteren zehn Jahren kam in unmittelbarer Nähe ein Kinderheim dazu.

Leider musste die Gewinnung des kostbaren und geschätzten Salzes in Bentlage nach zahlreichen Rückschlägen 1953 eingestellt werden. Auch das Solebad wurde 1975 endgültig geschlossen.

Seit 2010 gewinnt der Verein zur Förderung der Saline Gottesgabe e.V. wieder Bentlager Salz. Weil man auf natürliche Sole zurückgreift und keine chemischen Zusätze verwendet, entsteht bei der Siedung ein naturbelassenes Salz, das wegen des milden Geschmackes sehr geschätzt wird. Es hat sich als Wahrzeichen der Stadt Rheine entwickelt und viele namhaften Firmen setzen Salzsäckchen für ihre Werbung ein.

Die Förderung der kleinen Baumaßnahmen am Salzsiedehaus in Rheine wird zu einer wesentlichen Stärkung der pädagogischen Arbeit vor Ort führen. Das Konzept der Führungen und der Bildungsarbeit wird dadurch unterstützt und verstärkt.

Am 8. Oktober 2017 wurde die Schausiedepfanne eröffnet.

 

(Quelle: saline-gottesgabe.de)

 

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